Frances „Poppy“ Northcutt: Eine Pionierin der Raumfahrt
Für mich als großer NASA-Fan und zum heutigen Weltfrauentag, möchte ich Euch eine besondere Frau vorstellen.
Frances „Poppy“ Northcutt ist eine beindruckend Frau, die als erste Ingenieurin in der Kontrollzentrale der NASA Geschichte schrieb. Ihre Arbeit am Apollo-Programm war maßgeblich für den Erfolg der Mondmissionen der Vereinigten Staaten.
Frühes Leben und Ausbildung
Northcutt wurde 1943 in Houston, Texas, geboren. Sie interessierte sich schon immer für Mathematik und Naturwissenschaften und war in der Schule hervorragend. Nach ihrem Highschool-Abschluss schrieb sie sich an der University of Texas in Austin ein, wo sie Mathematik studierte.
Karriere bei der NASA
1965 wurde Northcutt von der NASA als „menschlicher Computer“ eingestellt. Sie war für die Durchführung komplexer Berechnungen von Hand verantwortlich, die für den Erfolg des Apollo-Programms unerlässlich waren. 1969 wurde sie zur Ingenieurin für Flugführung und Navigation befördert, wo sie an den Missionen Apollo 8, Apollo 11 und Apollo 13 mitwirkte.
Beiträge zum Apollo-Programm
Northcutts Arbeit am Apollo-Programm war entscheidend für den Erfolg der Missionen. Sie war für die Berechnung der Flugbahn des Raumfahrzeugs verantwortlich, die sicherstellte, dass die Astronauten sicher auf dem Mond landeten und zur Erde zurückkehrten. Sie war auch an der Entwicklung der Flugführungs- und Navigationssysteme beteiligt, die den Astronauten bei der Navigation um den Mond halfen.
Die Rettung von Apollo 13
Northcutt und ihre Kollegen spielten beispielsweise vorab Szenarien durch, falls etwa bei der Umrundung des Mondes mehr Treibstoff verbraucht würde als vorgesehen. Diese Voraussicht rettete später den Astronauten von Apollo 13 das Leben. Als bei dieser Mission der Sauerstofftank auf dem Weg zum Mond explodierte, wurden sofort Northcutt und die anderen Ingenieure, die das Computerprogramm für die Heimreise von Apollo 13 entwickelt hatten, ins Kontrollzentrum gerufen, um die nötigen Berechnungen zur Rettung des Raumschiffs auszuführen.
Apollo 13 konnte letztlich dank des Antriebssystems ihrer Mondlandefähre heil zur Erde zurückkehren (wäre das Unglück auf dem Rückweg passiert, hätte es keine Rettung gegeben). Northcutt und das „Mission Operations Team“ erhielten für die Rettungsaktion die Freiheitsmedaille des Präsidenten.
Blick in das Kontrollzentrum der Apollo 13-Mission, die kurz vor der Katastrophe stand
Vermächtnis: Kämpferin für Frauenrechte
Northcutts Arbeit am Apollo-Programm trug dazu bei, den Weg für andere Frauen in den Ingenieurberuf zu ebnen. Sie war ein Vorbild für junge Frauen, die sich für eine Karriere in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (STEM) interessierten.
Zusätzlich zu ihrer Arbeit am Apollo-Programm leistete Northcutt auch bedeutende Beiträge zu anderen NASA-Projekten. Sie arbeitete am Skylab-Programm, einer Raumstation, die 1973 gestartet wurde. Sie arbeitete auch am Space-Shuttle-Programm, einem wiederverwendbaren Raumschiff, das 1981 erstmals gestartet wurde.
Northcutts Leben und Werk sind ein Beweis für die Kraft von Ausdauer und Entschlossenheit. Sie überwand viele Herausforderungen, um ihre Ziele zu erreichen, und ihre Beiträge zum Raumfahrtprogramm hatten einen bleibenden Einfluss auf die Welt.
In Anerkennung ihrer Beiträge zum Raumfahrtprogramm wurde Northcutt mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter die NASA Distinguished Service Medal und der Lifetime Achievement Award des National Women's History Museum.
"Ich wurde mir damals der Aufmerksamkeit, die ich als erste und einzige Frau in meiner Rolle im Mission Control Center erhielt, bewusst", sagte Northcott später. "Es schärfte mein Bewusstsein dafür, wie begrenzt die Möglichkeiten von Frauen sind. Es ist fast 1970, wir stehen kurz davor, zum Mond zu gehen, und wir haben immer noch nicht mehr Frauen? Ich hätte die 100. sein sollen!" Gleichzeitig, so erinnert sie sich heute, hatte sie „Angst, es für alle anderen zu versauen.“
Apollo 17, die letzte Mission zum Mond, landete 1972 neben einem Krater mit dem Crew-internen Spitznamen "Poppy", der aber wohl nichts mit Francis zu tun hatte. Northcott verließ danach die Raumfahrt und arbeitete als Frauenbeauftragte in Houston. Nebenbei studierte sie Jura, um sich noch besser für die Gleichberechtigung einsetzen zu können. Bis heute ist Frances Northcott eine engagierte Kämpferin für Frauenrechte.
Northcutts Geschichte ist eine Inspiration für alle Frauen, die von einer Karriere in Wissenschaft und Technik träumen. Sie ist eine Erinnerung daran, dass alles möglich ist, wenn man bereit ist, hart zu arbeiten und niemals aufzugeben.
Fazit
Frances "Poppy" Northcutt war eine Pionierin in der Raumfahrt und die erste weibliche Ingenieurin in der NASA-Missionskontrolle. Ihre Berechnungen der Flugbahnen waren entscheidend für den Erfolg der Apollo-Missionen, insbesondere für die sichere Rückkehr der Apollo-13-Crew. Northcutt ebnete den Weg für Frauen in MINT-Berufen und ist eine Inspiration für alle, die eine Karriere in der Weltraumforschung anstreben.
Bis bald Eure Heike