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Kronstadt & das Burzenland entdecken: Highlights, Tipps und echte Traditionen

Kronstadt: Das sächsische Herz Siebenbürgens

Die Geschichte von Kronstadt begann im Jahr 1211, als der ungarische König Andreas II. den Deutschen Orden ins Burzenland rief, um die Grenze gegen die Kumanen zu sichern. Obwohl die Ritter des Ordens bald wieder abzogen, blieben die sächsischen Siedler (die „Siebenbürger Sachsen“) und gründeten die Stadt unter dem Namen Corona.

Zwischen den massiven Mauern der Schwarzen Kirche und den wehrhaften Zunft-Bastionen hat das sächsische Erbe die Jahrhunderte überdauert. Begleite mich auf einer Entdeckungstour durch Brașov und sein faszinierendes Umland – ein Ort, an dem Mittelalter und Moderne in der wilden Kulisse der Karpaten verschmelzen.

 

Die 3 sächsischen „Must-Sees“ in Kronstadt

Die Schwarze Kirche (Biserica Neagră) Sie ist das Herzstück der sächsischen Identität. Als bedeutendste gotische Kirche Südosteuropas zeugt sie vom enormen Reichtum der sächsischen Kaufleute im Mittelalter.

Highlight: Achte auf das Standbild von Johannes Honterus direkt vor der Kirche – er brachte den Buchdruck und die Reformation nach Siebenbürgen.

 

 

Die Weberbastei (Bastionul Țesătorilor) Von den ehemals sieben Bastionen ist dies die am besten erhaltene. Sie wurde von der Weberzunft erbaut und verteidigt. Das Gebäude mit seinen hölzernen Galerien wirkt wie eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert.

Highlight: Im Inneren befindet sich ein beeindruckendes Modell der Stadt Kronstadt aus dem Jahr 1896, auf dem man genau sieht, wie die sächsische „Burg“ (Altstadt) von den rumänischen und ungarischen Vorstädten getrennt war.

Das Katharinentor (Poarta Ecaterinei) Dieses märchenhafte Tor aus dem Jahr 1559 ist das einzige erhaltene Stadttor aus der sächsischen Zeit. Die vier kleinen Ecktürmchen hatten eine ernste Bedeutung: Sie symbolisierten das „Schwertrecht“, also die juristische Unabhängigkeit der Stadt und das Recht, die Todesstrafe zu verhängen.

Highlight: Es markierte über Jahrhunderte die strikte Grenze zwischen der sächsischen Innenstadt und dem rumänischen Viertel Șchei.

 

Heute hört man noch in Kronstadt oft Deutsch auf der Straße – nicht nur von Touristen, sondern auch von den Schülern des Honterus-Lyzeums, die diese Tradition stolz weiterführen.

In der Region werden die deutschen Namen oft noch auf den Ortsschildern (zusammen mit den rumänischen und ungarischen) angezeigt, was den besonderen Charme des Burzenlandes unterstreicht. Vor allem Kronstadt und Rosenau sind Begriffe, die jeder Einheimische dort sofort zuordnen kann.

Die sächsische Mundart in Siebenbürgen, das sogenannte „Siebenbürgisch-Sächsisch“, ist für Sprecher des Standarddeutschen faszinierend, da sie sehr altertümlich klingt. Sie ist eng mit dem Moselfränkischen verwandt (ähnlich wie Luxemburgisch), da die Siedler ursprünglich aus dem Rhein-Mosel-Raum stammten.

Wer einmal auf dem Marktplatz von Kronstadt stand und den Blick über die schneebedeckten Gipfel der Zinne (der Berg mit dem Schriftzug BRASOV) schweifen ließ, weiß: Diese Stadt ist erst der Anfang. Das wahre Herz Siebenbürgens schlägt oft nur eine kurze Autofahrt entfernt in den dichten Wäldern der Karpaten, in den jahrhundertealten Wehrkirchen der Sachsen und hinter den nebligen Mauern von Schloss Bran. In diesem Beitrag nehme ich dich mit vor die Tore der Stadt und zeige dir meine persönlichen Highlights im Burzenland.

 

Poiana Brașov (Schulerau): Wintermärchen und Sommerfrische auf dem Gipfel der Karpaten

Nur 12 Kilometer oberhalb der sächsischen Altstadt von Kronstadt verwandelt sich die Szenerie komplett. Während im Tal das mittelalterliche Kopfsteinpflaster dominiert, regiert auf 1.020 Metern Höhe die alpine Natur. Poiana Brașov (Schulerau) ist der exklusivste Ferienort Rumäniens und ein absolutes Muss für jeden Besucher der Region.

Ursprünglich wurde der Ort im Jahr 1895 als touristische Außenstelle von Kronstadt gegründet. Heute ist er ein Mekka für Skifahrer im Winter und Wanderer im Sommer. Die Luft ist hier so klar, dass man das Gefühl hat, jeder Atemzug würde die Batterien neu aufladen.

Mein persönliches Highlight: Kulinarischer Gipfelsturm in der Pojana Brasov (Schulerau)

Mein absolutes Highlight in der Poiana Brașov ist nicht nur die Aussicht, sondern vor allem das Essen in den traditionellen Berghütten. Es gibt kaum etwas Besseres, als nach einer Wanderung oder einem Tag auf der Piste in eine der rustikalen Stuben einzukehren.

Warum das mein Favorit ist? In der Schulerau verschmelzen die sächsische Bodenständigkeit und die rumänische Gastfreundschaft auf dem Teller.

Mein Tipp: Such dir eine Hütte mit offenem Kamin und einer Terrasse mit Bergblick.

  • Mein kulinarischer Tipp: Probiere unbedingt eine „Ciorbă de fasole în pâine“ (Bohnensuppe im Brotlaib) oder eine deftige „Tochitură“ (deftiger Fleischtopf) mit Polenta.

  • Der süße Abschluss: Als Nachtisch sind die legendären Papananași (frittierte Quarkkrapfen mit Heidelbeermarmelade und Sauerrahm) ein absolutes Muss. In der kühlen Bergluft schmecken sie doppelt so gut!

  • Die Location: Besonders die „Cabana Postăvaru“ (Schulerhütte) oder das Restaurant „Sura Dacilor“ (Die Scheune der Daker) bieten dieses authentische Erlebnis, bei dem man die Geschichte der Region bei jedem Bissen schmeckt.

 

 

Über den Dächern von Rosenau: Wo Rittergeist auf Karpaten-Idylle trifft

Wenn man von Kronstadt aus nur wenige Kilometer Richtung Südwesten fährt, taucht sie plötzlich am Horizont auf: Die majestätische Bauernburg von Rosenau (rumänisch: Râșnov). Gegründet wurde der Ort im Jahr 1225 von den Rittern des Deutschen Ordens, doch es waren die sächsischen Bauern, die diesen Ort zu dem machten, was er heute ist – ein uneinnehmbares Symbol für Freiheit und Zusammenhalt.

Ein Ort mit sächsischer Seele

Anders als die prunkvollen Schlösser des Adels wurde die Burg Rosenau von den einfachen Dorfbewohnern als Zufluchtsort erbaut. Hier oben, auf dem steilen Kalkfelsen, suchten die sächsischen Familien Schutz, wenn feindliche Truppen durch das Burzenland zogen. In der Burg gab es Wohnhäuser, eine Schule und eine Kapelle – ein ganzes Dorf hinter massiven Mauern.

Mein persönliches Highlight: Was du in Rosenau nicht verpassen darfst:

  • Der Burgbrunnen: Einer Legende nach wurde er von zwei gefangenen osmanischen Soldaten über 17 Jahre lang in den harten Fels gegraben.

  • Der Panoramablick: Von der obersten Bastion hast du einen unvergleichlichen Blick über das gesamte Burzenland bis hin zu den Gipfeln der Bucegi-Berge.

  • Die Altstadt: Spaziere durch die sächsischen Gassen unterhalb der Burg, die mit ihren bunten Fassaden und den typischen Toren den Charme vergangener Zeiten bewahrt haben.

 


Wildes Siebenbürgen: Felsgiganten und Bärenretter im Nationalpark Königstein

Wenn du dem sächsischen Erbe der Städte für einen Moment entfliehen willst, wartet direkt vor den Toren von Kronstadt die wilde Natur. Der Nationalpark Piatra Craiului (zu Deutsch: Königstein) ist für viele das schönste Gebirge Rumäniens. Mit seinem messerscharfen Kalksteinrücken und den tiefen Urwäldern bietet er eine Kulisse, die man sonst nur aus Dokumentarfilmen kennt.

 

Zwei Orte in dieser Region sind absolut magisch:

Wandern in der Zărnești-Schlucht (Prăpăstiile Zărneștilor)

Stell dir bis zu 200 Meter hohe, senkrechte Felswände vor, die so nah beieinander stehen, dass die Luft merklich kühler wird. Die Wanderung durch die Zărnești-Schlucht ist ein Erlebnis für alle Sinne. Der Weg ist sanft, aber die Akustik und die schiere Größe der Felsen lassen dich winzig klein fühlen. Es ist der perfekte Ort, um die Kraft der Karpaten zu spüren. PS: nimm dir eine Trinkflasche mit, denn das Wasser aus den kleinen Flüsschen kann man unbedacht trinken und es schmeckt köstlich!

 

Mein persönliches Highlight: Augen in Augen mit den Waldgeistern im Libearty Bärenreservat

Mein ganz persönlicher Höhepunkt in dieser Region ist der Besuch des Libearty Bärenreservats in der Nähe von Zărnești. Es ist das größte Braunbärenschutzzentrum der Welt und ein Ort, der unter die Haut geht.

Warum das mein Highlight ist? Hier geht es nicht um einen Zoo, sondern um Rettung. In diesem weitläufigen Waldgebiet leben Bären, die aus schrecklicher Haltung (aus Zirkussen oder engen Käfigen vor Restaurants) befreit wurden.

Wenn man dort oben im Wald steht und sieht, wie ein 300 Kilo schwerer Braunbär zum ersten Mal in seinem Leben in einem echten See badet oder einfach nur im weichen Gras schläft, ist das ein zutiefst bewegender Moment. Es erinnert einen daran, dass wir in den Karpaten nur Gäste im Reich der Tiere sind. Die Stille des Waldes und die Würde dieser geretteten Tiere zu erleben, ist eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde.

Praktische Tipps für deinen Natur-Tag:

  • Bärenreservat: Besuche sind nur mit Führung möglich und müssen vorab online gebucht werden! Es gibt keine Touren am Nachmittag, da die Bären dann ihre Ruhe haben wollen.

  • Ausrüstung: Auch wenn der Weg durch die Schlucht einfach ist, solltest du festes Schuhwerk tragen – das Wetter im Königstein-Gebirge kann sehr schnell umschlagen.

  • Anfahrt: Von Kronstadt aus erreichst du Zărnești bequem in etwa 45 Minuten mit dem Auto oder dem Zug.

 


Schloss Bran: Zwischen Dracula-Mythos und sächsischer Zollfestung

 

Es ist das Bild, das jeder im Kopf hat, wenn er an Siebenbürgen denkt: Schloss Bran (die Törzburg). Dramatisch auf einem steilen Felsen gelegen, mit seinen spitzen Türmen und verwinkelten Gängen, ist es der Inbegriff einer Gruselkulisse. Doch wer die Geschichte hinter den Mauern kennt, entdeckt eine faszinierende sächsische Vergangenheit.

Ursprünglich wurde die Burg im Jahr 1377 von den Kronstädter Sachsen erbaut. Sie diente nicht als Wohnsitz für Vampire, sondern als strategisch wichtige Zollstation am Pass zwischen Siebenbürgen und der Walachei. Die sächsischen Kaufleute finanzierten den Bau, um ihre Handelswege zu sichern – ein echtes Bollwerk sächsischer Disziplin und Wehrhaftigkeit. 

Mein persönliches Highlight: Die Spur des Drachen – Von Nürnberg nach Siebenbürgen

Mein absolutes Highlight bei der Recherche zu Bran ist eine Theorie, die besonders für deutsche Leser verblüffend ist: Wusstest du, dass die Wurzeln des „echten“ Dracula womöglich in Nürnberg liegen?

Warum mich das so fasziniert? Vlads Vater, Vlad II. Dracul, verbrachte Jahre im Exil am Hofe von Kaiser Sigismund. Im Jahr 1431 wurde er in den exklusiven Drachenorden aufgenommen – und zwar in Nürnberg. Es gibt Historiker, die davon ausgehen, dass der junge Vlad Tepeș genau in dieser Zeit, während des Aufenthalts seines Vaters in der fränkischen Metropole, geboren wurde oder dort zumindest seine früheste Kindheit verbrachte.

Wenn man heute durch die engen Gänge von Schloss Bran streift, bekommt der Name „Dracula“ eine ganz neue Bedeutung. Er leitet sich vom „Drachenorden“ ab, dessen Gründung und Rituale eng mit der deutschen Reichsstadt Nürnberg verknüpft waren. Das Schloss ist also nicht nur eine rumänische Festung, sondern ein Ort, an dem sich deutsche Reichsgeschichte und transsilvanische Mythen auf geheimnisvolle Weise kreuzen.

 

Tipps für deinen Besuch in Bran:

  • Achte auf den Drachen: Suche im Schloss nach Symbolen des Drachenordens, die an Vlads Vater erinnern.

  • Der Blick in den Abgrund: Von den Balkonen des Innenhofs hat man den besten Blick auf die verwinkelte Architektur, die Bram Stoker zu seinem Roman inspirierte.

  • Sächsischer Zoll: Schau dir die alten Maßeinheiten und Zollstuben an – sie zeigen den Alltag der sächsischen Kaufleute, die hier lange vor den Touristen das Sagen hatten.

  • In dem Ort Bran kann man wunderbar Mitbringsel kaufen. Die Qualität der Ware ist meist gut, du solltest aber trotzdem darauf achten.

  • Bran ist mittlerweile der am meisten besuchte Ort in Rumänien und es kann sehr voll werden.

 



Schloss Peles: Das Märchenschloss der Hohenzollern in den Karpaten

Nicht mehr ganz im Burzenland gelegen sondern in der Großen Walachei ist das Schloss Peles bei Sinaia. Diesen Tipp wollte ich aber nicht vorenthalten da es einer meiner Lieblingsorte ist.

Wenn du von Kronstadt aus eine knappe Stunde Richtung Süden nach Sinaia fährst, verlässt du die rustikale Welt der sächsischen Bauernburgen und betrittst puren königlichen Glanz. Schloss Peles gilt völlig zu Recht als eines der schönsten Schlösser Europas.

Erbaut wurde es zwischen 1873 und 1914 als Sommerresidenz für König Carol I. – einen Prinzen aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen. Das Schloss ist eine Hommage an die deutsche Renaissance, kombiniert mit bayerischem Fachwerk-Stil, und wirkt inmitten der dunklen Karpatenwälder wie direkt aus einem Disney-Film entsprungen.

Mein persönliches Highlight: Deutsche Ingenieurskunst im Orient-Express-Stil

Mein absolutes Highlight an Schloss Peles ist der faszinierende Kontrast zwischen der historischen Optik und der hochmodernen Technik, die hier verbaut wurde.

Warum das mein Favorit ist? Obwohl das Schloss von außen wie ein mittelalterlicher Palast aussieht, war es bei seiner Fertigstellung eines der modernsten Gebäude der Welt:

Elektrizität & Komfort: Peles war das erste Schloss in Europa, das komplett elektrisch beleuchtet wurde und über eine eigene Zentralheizung verfügte.

Das ausfahrbare Glasdach: In der Ehrenhalle gibt es ein gewaltiges Glasdach, das sich mechanisch öffnen lässt, um den Blick in den Sternenhimmel der Karpaten freizugeben – ein absoluter Wow-Effekt!

Die Verbindung nach Hause: Als Besucher spürst du an jeder Ecke die tiefe Sehnsucht des Königs nach seiner deutschen Heimat. Die Schnitzereien, die Rüstungskammer (eine der wertvollsten der Welt) und die prachtvollen Bibliotheken erinnern an die großen Residenzen in Süddeutschland, wirken aber durch die rumänische Bergkulisse noch magischer.

 

Drei Fakten für deinen Besuch in Sinaia:

  • Königliches Erbe: Das Schloss gehört auch heute noch der rumänischen Königsfamilie und wird vom Staat nur als Museum genutzt.

  • Pelișor: Direkt neben dem großen Schloss steht das „kleine“ Schloss Pelișor, das im Jugendstil für den Thronfolger erbaut wurde – ebenfalls absolut sehenswert!

  • Filmkulisse: Wegen seiner Pracht dient Schloss Peles regelmäßig als Drehort für internationale Produktionen (z. B. für den Netflix-Film „A Christmas Prince“).



Ein Fazit wie ein transsilvanischer Traum

Die Umgebung von Kronstadt ist weit mehr als nur ein Reiseziel – sie ist ein lebendiges Mosaik aus jahrhundertealten Mythen, prachtvoller sächsischer Baukunst und einer wilden, ungezähmten Natur. Es ist einer der wenigen Orte in Europa, an dem die Zeit gleichzeitig stillzustehen scheint und doch in jeder Fassade eine neue Geschichte erzählt.

Hier erlebst du Tage, die wie aus der Zeit gefallen wirken: Du beginnst deinen Morgen mit dem Echo deiner Schritte in den stillen, mittelalterlichen Gassen der Kronstädter Altstadt, stehst bereits mittags im kühlen Wind auf einem Karpatengipfel über den Wolken der Schulerau und tauchst am Abend – bei einer dampfenden Tochitură und dem Blick auf die Zinnen von Bran – tief in die mystischen Legenden von tapferen Ritterorden und geheimnisvollen Drachenrittern ein. Wer sich auf das Burzenland einlässt, findet nicht nur historische Zeugnisse und atemberaubende Panoramen, sondern spürt auch jene magische Verbindung zwischen der alten deutschen Heimat und der unberührten Seele Transsilvaniens, die einen so schnell nicht mehr loslässt.

 

Gerne teile ich noch weitere Tipps:

Die Anreise nach Rumänien:

  • Flughafen Kronstadt-Gimbav (GHV): Der neue Flughafen direkt vor Ort wird unter anderem von Wizz Air Malta (z.B. ab Nürnberg) oder kleineren Linien angeflogen. Einen Mietwagen bucht man am besten vor der Reise dazu.

 

  • Mit der Bahn (Für Abenteurer & Genießer)

    Es gibt keine direkte Zugverbindung von Deutschland, aber eine sehr beliebte Route über Österreich und Ungarn:

    • Der Klassiker: Mit dem ICE/RJ nach Wien, von dort mit dem Nachtzug (z.B. der „Dacia“) direkt nach Kronstadt (Brașov).

    • Tipp: Wer morgens in Wien startet, kann den Tag in Budapest verbringen und abends in den Schlafwagen steigen, um am nächsten Vormittag ausgeruht im Burzenland anzukommen.

     

  • Mit dem Auto (Flexibel & Landschaftlich reizvoll)

    Die Fahrt von z.B. Nürnberg nach Kronstadt dauert etwa 16 bis 20 Stunden (ca. 1.500 km).

    • Route: Meist über Salzburg, Wien, Budapest und den Grenzübergang Nadlac (Arad).

    • Wichtig: Du benötigst für Österreich, Ungarn und Rumänien eine Vignette. Die rumänische Rovinieta kannst du ganz einfach online oder an der Grenze kaufen (ca. 3 € für eine Woche).

    • Zustand: Die Autobahnen in Rumänien werden stetig ausgebaut, aber plane für die Strecke über die Karpatenpässe etwas mehr Zeit ein – die Aussicht entschädigt für alles!

    • Extra Tipp: Wir haben meistens eine Zwischenübernachtung in Györ (Ungarn) gemacht. Die Stadt bietet wunderbare Unterkünfte und hat eine sehenswerte Altstadt.

 

Wo schlafen? Tipps für deine Übernachtung im Burzenland:

  • Für Romantiker: Die Altstadt von Kronstadt (Brașov)

Wenn du morgens vom Glockenschlag der Schwarzen Kirche geweckt werden willst, ist die Altstadt der beste Ort. Hier gibt es wunderschön restaurierte sächsische Bürgerhäuser, die heute als Boutique-Hotels dienen.

    • Tipp: Suche nach Unterkünften in der Nähe der Strada Republicii oder unterhalb der Zinne (Tâmpa). Viele dieser Häuser haben versteckte Innenhöfe, in denen man herrlich frühstücken kann.
  • Für Naturfreunde: Wolkenkratzer-Feeling in der Schulerau (Poiana Brașov)

Wer frische Bergluft und Luxus liebt, sollte oben in der Schulerau übernachten. Es ist das höchstgelegene Resort der Region.

    • Tipp: Hier findest du gehobene Hotels mit großen Wellnessbereichen. Perfekt, wenn du nach einer Wanderung im Königstein-Gebirge in die Sauna möchtest.
  • Für Abenteurer: Rustikale Gästehäuser in Zernescht (Zărnești)

Wenn dein Fokus auf dem Bärenreservat und dem Nationalpark Königstein liegt, ist Zernescht der ideale Ausgangspunkt.

    • Tipp: Buche eine „Pensiune“ (Pension). Das sind familiengeführte Gasthäuser. Oft bekocht dich die Gastfamilie abends selbst mit hausgemachter Suppe und Schnaps (Țuică) – authentischer geht es nicht!
  • Für Grusel-Fans: Übernachten in Bran

Einmal den Blick beim Einschlafen auf die beleuchtete Törzburg richten? Das geht in den zahlreichen Hotels direkt im Ort Bran.

    • Tipp: Es gibt dort auch sehr schicke Glamping-Plätze in der Umgebung, wo du in luxuriösen Zelten mit Blick auf die Burg und die Berge schläfst.


Meine 3 Insider-Tipps für die Buchung:

  • Frühstück inklusive: Achte darauf, dass das Frühstück dabei ist. Rumänisches Frühstück in Pensionen ist legendär (oft mit eigenem Käse, Zacusca und frischem Brot).

  • Parkplätze: In der Altstadt von Kronstadt sind Parkplätze Mangelware. Wenn du mit dem Auto anreist, prüfe unbedingt vorab, ob die Unterkunft einen privaten Parkplatz anbietet.

  • Historische Gästehäuser: Wenn du Zeit hast, schau nach Unterkünften in den umliegenden sächsischen Dörfern wie Wolkendorf (Vulcan) oder Neustadt (Cristian). Dort schläfst du in riesigen, alten sächsischen Bauernhöfen, die mit viel Liebe zum Detail in Gästehäuser umgewandelt wurden.

 

Die Kulinarik im Burzenland:

Das Burzenland ist nicht nur geografisch das Herz Rumäniens, sondern auch eine Schatzkammer für Genießer. Die Küche hier ist ein faszinierendes Mosaik aus sächsischen, rumänischen und ungarischen Einflüssen – bodenständig, ehrlich und unglaublich geschmacksintensiv.

Der unangefochtene König: Gefülltes Kraut (Sarmale)

Wenn man mich nach meinem absoluten Favoriten fragt, gibt es kein Zögern: Gefülltes Kraut. In Siebenbürgen ist dieses Gericht weit mehr als nur eine Mahlzeit; es ist ein Stück Heimat auf dem Teller.

Was das Burzenländer Kraut so besonders macht? Es ist die Geduld. Die Wickel (oft eine Mischung aus Schweine- und Rindfleisch, Reis und geheimen Gewürzen) werden in fein gesäuerte Kohlblätter gerollt. Das Geheimnis liegt im Schichten: Zwischen die Krautwickel wandern Speckschwarten, Rippchen und eine ordentliche Portion Dill und Bohnenkraut.

Stundenlang auf kleiner Flamme geschmort, verbinden sich die Aromen zu einer Perfektion, die am besten mit einem Klecks kühler saurer Sahne (Schmand) und einer scharfen Peperoni schmeckt.

Die Kunst der Fermentation: Überleben und Aroma

Ein wesentlicher Grund, warum das gefüllte Kraut in Siebenbürgen so einzigartig schmeckt, ist die Fermentation. In einer Zeit vor Supermärkten und Tiefkühltruhen war das Einlegen in Salzlake in den sächsischen Dörfern keine "Trend-Erscheinung", sondern überlebenswichtig.

  • Das saure Kraut: Im Herbst wurde in fast jedem Haushalt ein großes Fass mit Kohlköpfen angesetzt. Die natürliche Milchsäuregärung machte das Gemüse nicht nur haltbar für den langen Winter, sondern verwandelte es in eine Vitamin-C-Bombe.

  • Der Saft des Lebens: Der Krautsaft wurde im Burzenland sogar pur getrunken – als Heilmittel gegen Müdigkeit oder als Basis für saure Suppen (Ciorbă).

  • Mehr als nur Kohl: Auch Gurken, Tomaten und sogar Obst wurden fermentiert. Diese Technik verleiht der siebenbürgischen Küche ihre charakteristische, tiefgründige Säure, die einen perfekten Kontrast zu den oft deftigen Fleischgerichten bildet.

Warum wir diese Traditionen bewahren sollten

In der heutigen schnellen Welt ist die Burzenländer Küche eine Einladung zum Innehalten. Die Fermentation lehrt uns Geduld, und das gefüllte Kraut erinnert uns daran, dass die besten Dinge Zeit brauchen. Wenn man heute in einem Gasthaus in Neustadt oder Zeiden sitzt und den ersten Löffel probiert, schmeckt man Jahrhunderte von Geschichte.

 

Noroc (Prost)! Was man in Rumänien gerne trinkt:

Zu einem so deftigen und geschmacksintensiven Essen wie den Burzenländer Krautwickeln mit Mamaliga gibt es in Siebenbürgen eigentlich zwei klassische Wege: den „Appetitanreger“ davor und den Begleiter währenddessen.

Hier sind die Favoriten:

Der Klassiker davor: Tuică (Pflaumenschnaps)

In fast jedem Haushalt im Burzenland beginnt ein schweres Essen mit einem kleinen Glas Tuică (oder auch Pălincă genannt).

  • Warum? Er gilt als „Verdauungsmotor“. Der hohe Alkoholgehalt (oft zwischen 40 % und 55 %) bereitet den Magen auf das fettreiche Essen vor.

  • Wie? Man trinkt ihn Zimmertemperatur und in kleinen Schlucken, oft zusammen mit einem Stückchen Speck oder einer roten Zwiebel, während man auf das Essen wartet.

Der Begleiter: Ein trockener Weißwein

Da die Krautwickel durch die Fermentation eine feine Säure haben, passt ein säurebetonter, aber charakterstarker Weißwein aus der Region hervorragend.

  • Empfehlung: Ein Fetească Regală (Königliche Mädchentraube). Dies ist eine der bekanntesten rumänischen Rebsorten, die oft in Siebenbürgen angebaut wird.

  • Geschmack: Er ist trocken, hat Noten von Äpfeln und Blumen und bringt genug Frische mit, um gegen das fettige Fleisch und den Schmand anzukommen.

Für die Erfrischung: Socată (Holunderblütensaft)

Wenn es kein Alkohol sein soll, ist Socată das Nationalgetränk.

  • Das Besondere: Auch hier schlägt die Liebe zur Fermentation wieder zu! Socată wird aus Holunderblüten, Wasser, Zitrone und etwas Zucker oder Honig hergestellt und für einige Tage in der Sonne stehen gelassen, bis eine ganz leichte, natürliche Kohlensäure entsteht. Gekühlt schmeckt sie herrlich blumig und frisch.


Kurioses aus dem Burzenland:

Das Leben der Siebenbürger Sachsen war über Jahrhunderte so streng und gleichzeitig gemeinschaftlich organisiert, dass dabei einige Bräuche entstanden sind, die heute absolut kurios wirken.

Hier sind noch ein paar echte sächsische „Spezialitäten“:

Der Speckturm (Das sächsische Schließfach)

In den Kirchenburgen des Burzenlandes (z. B. in Honigberg oder Tartlau) gab es den sogenannten Speckturm. Da die Bauernhöfe oft nicht sicher genug waren, lagerte das ganze Dorf seine Speckseiten und Schinken in einem kühlen Turm der Kirchenburg.

  • Das Kuriose: Man durfte nicht einfach an seinen Speck, wann man wollte. Nur einmal pro Woche – meist am Sonntagmorgen vor der Kirche – wurde der Turm aufgeschlossen. Dann ging der „Speckvater“ (ein gewähltes Ehrenamt!) hinein und jeder durfte sich seine Ration für die Woche abschneiden. Wer unerlaubt naschte, flog aus der Gemeinschaft.

Die „Lügenbank“

In fast jedem sächsischen Dorf gab es eine Bank im Zentrum, auf der sich die Ältesten trafen. Sie wurde oft scherzhaft Lügenbank genannt.

  • Das Kuriose: Es gab ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn jemand auf der Bank eine offensichtliche Lüge erzählte oder zu viel tratschte, „musste“ er eine Runde Schnaps (Palinka) für alle Anwesenden ausgeben. Die Bank war also das soziale Korrektiv des Dorfes – und ein Garant für gute Stimmung.

Das „Nachbarschafts-Zeichen“ (Die hölzerne Post)

Bevor es Telefone gab, hatten die Sachsen im Burzenland ein geniales System: das Nachbarschafts-Zeichen. Das war ein kunstvoll geschnitztes Holzbrettchen.

  • Das Kuriose: Wenn eine wichtige Nachricht (z. B. eine Versammlung oder Hilfe bei der Ernte) verbreitet werden musste, wurde dieses Zeichen von Haus zu Haus gereicht. Man hatte genau 15 Minuten Zeit, die Nachricht zu lesen, und musste das Brettchen dann sofort zum nächsten Nachbarn bringen. Wer trödelte, musste – du ahnst es – eine Strafe in die Gemeinschaftskasse zahlen.

Der „Scheidungsturm“

Dies ist eine der berühmtesten Kuriositäten (besonders bekannt aus der Kirchenburg Birthälm, aber auch im Burzenland verbreitet). Paare, die sich scheiden lassen wollten, wurden vom Pfarrer für zwei Wochen in einen kleinen Raum in der Kirche gesperrt.

  • Das Kuriose: In diesem Raum gab es nur ein Bett, einen Teller, einen Becher und einen Löffel. Sie mussten alles teilen. Die Legende besagt, dass in 300 Jahren nur ein einziges Paar danach wirklich die Scheidung durchzog. Alle anderen vertrugen sich notgedrungen wieder.

Die Kronenstädter „Zunft-Geheimnisse“

In Kronstadt hatte jede Zunft (Schmiede, Weber, Seiler) ihre eigene Bastei in der Stadtmauer.

  • Das Kuriose: Die Zünfte waren so stolz, dass sie eigene „Geheimsprachen“ und Erkennungszeichen hatten. Ein wandernder Geselle musste erst eine komplizierte Abfolge von Klopfsignalen und Sprüchen beherrschen, um in der Stadt überhaupt als Handwerker anerkannt zu werden. Wer „falsch“ klopfte, wurde als Scharlatan aus der Stadt gejagt.

 

Haussprüche waren für die Siebenbürger Sachsen wie eine Visitenkarte – sie zeigten den Stolz, den Glauben und oft auch den trockenen Humor der Bewohner. Man findet sie meistens kunstvoll in die hölzernen Torbalken geschnitzt oder über dem Hauseingang aufgemalt.

Hier sind drei Klassiker, die perfekt den Geist des Burzenlandes widerspiegeln:

Der Gastfreundliche (und Bescheidene):

 "Dies Haus ist mein und doch nicht mein, beim zweiten wird es auch nicht sein, den dritten trägt man auch hinaus, sag an: wem gehört dieses Haus?" (Ein nachdenklicher Spruch über die Vergänglichkeit, den man an vielen alten Höfen findet.)

 Der Standhafte (Typisch Sächsisch):

 "Gott behüte dieses Haus, und alle, die gehen ein und aus. Eigner Fleiß und Gottes Segen, bringen Glück auf allen Wegen."

 Mein Favorit (mit einer Prise Dorf-Realität):

"Neid ist mir ganz unbekannt, doch wer mich hasst, dem sei's gedankt. Wer mir nicht gönnt mein eigen Brot, dem gebe Gott die größte Not!" (Die Sachsen waren eben auch sehr direkt, wenn es um ihren Besitz und ihren Fleiß ging.)

 

So meine Lieben nun habe ich ein Paar Insider mit Euch über das Burzenland geteilt. Eine sehr sehenswerte Region in Europe welche zum Erkunden einlädt. Ich hoffe Ihr hattet viel Spaß beim lesen und das Ihr das eine oder andere Mal schmunzeln musstet. 

Liebe Grüße 

Eure Heike

 

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